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Hilfe für trockene Haut

An kalten Tagen spannt und juckt die Haut besonders. Unser Dreistufen-Test sagt Ihnen, was Ihrer Haut jetzt gut tut


Geschützt nach draußen: Mit der richtigen Pflege freut sich die Haut über die frische, klare Luft

Schneefall, Nieselregen, Nebel: Die Luft draußen ist feucht und kalt – und die Haut wird immer trockener. Wieso reagiert unsere schützende Hülle im Winter dermaßen sensibel?

Der Begriff trockene Haut lässt vermuten, dass ein Mangel an Wasser besteht. Genau genommen ist der Grund aber ein Mangel an Stoffen, die Wasser in der Haut binden. Zusätzlich fehlen ihr oft Fette. Und daran ist auch die Kälte schuld.



Viele Frauen vergessen, das Dekolleté zu pflegen

„Bereits ab einer Außentemperatur von acht Grad lässt die Talgbildung der Haut nach“, erklärt der Dermatologe Dr. Andreas Kleinheinz aus Buxtehude. Das führt dazu, dass am ganzen Körper weniger hauteigenes Fett produziert wird. Die Haut reagiert, je nach Veranlagung, mit Juckreiz, roten Stellen und kleinen Schüppchen.

Kaum in der Wohnung, schlägt unserem Teint erneut ein raues Klima entgegen: Trockene Heizungsluft lässt die Haut erst recht spröde werden. Im Winter herrscht also echte Trockenzeit.

Grundsätzlich leiden Menschen mit zunehmendem Alter häufiger an trockener Haut, denn die Hautzellen erneuern sich mit den Jahren langsamer. Das Vermögen, Wasser zu speichern, lässt nach, stützende Fasern wie Kollagen und Elastin schwinden, tiefere Hautschichten werden dünner. Das zeigt sich zum Beispiel an feinen Falten im Gesicht.

Mit der richtigen Pflege lässt sich wirksam gegensteuern. Dazu sollte man aber erst einmal seinen Hautzustand kennen. Ist die Haut grundsätzlich gesund, reagiert sie aber jetzt im Winter spröder? Neigt sie zu starker oder sogar extremer Trockenheit? Je nach Schwere braucht sie ein individuelles Pflegekonzept.

Mithilfe unseres Drei-Stufen-Tests können Sie herausfinden, was jetzt hilft. Viele Apotheken in Deutschland sind auf Hautpflege spezialisiert, können den Hautzustand bestimmen und die entsprechende Pflege empfehlen. Wer sich nicht sicher ist oder mit sehr trockener Haut zu kämpfen hat, sollte einen Dermatologen aufsuchen.

Stufe 1: Trockene Haut

So sieht sie aus: Der Teint wirkt, als sei er mit einem leichten Grauschleier überzogen: stumpf, glanzlos, wenig elastisch. Der Körper leidet eher weniger. Vielleicht fühlen sich manche Stellen trocken und ein bisschen unangenehm an.

Das Gegenprogramm: „Jetzt braucht die Haut eine Extraportion Pflege, etwas mehr Feuchtigkeit und Fett als sonst“,erklärt Dermatologe Kleinheinz. Vielen Frauen hilft es beispielsweise, für das Gesicht eine etwas reichhaltigere Creme zu verwenden oder tagsüber auch die Nachtcreme aufzutragen. Nach dem Duschen sollten Sie sich mit feuchtigkeitsspendenden Cremes, Lotionen oder mit Balsam verwöhnen. Produkte etwa mit Harnstoff befeuchten optimal. Achtung! Auch die Haut an den Händen, die ohnehin kaum über Talgdrüsen verfügt, neigt jetzt schnell zu Trockenheit. Sie sollten sie nach jedem Händewaschen mit pflegenden, rückfettenden Substanzen, etwa mit Mandelöl, Thermalwasser oder Glycerin eincremen.

Stufe 2: Sehr trockene Haut

So sieht sie aus:
Sie spannt, häufiger zeigen sich Rötungen und vermehrt Fältchen, besonders im Gesicht. An manchen Hautstellen, die besonders dünn sind, etwa an den Schienbeinen, treten Trockenheitsschüppchen auf. Die Haut juckt unangenehm.

Das Gegenprogramm: Klarer Fall: Unsere Körperoberfläche ist gerade sehr trocken und befindet sich ständig im Ungleichgewicht. Das schwächt die Barriereschicht und führt dazu, dass die Haut rissig wird und Keime leichter eindringen können. Für das Gesicht und den Körper eignen sich Produkte, die gut befeuchten und reizlindernd wirken, etwa mit Dexpanthenol. Gegen erste Fältchen helfen Vitamin A und E. Handcremes, die viel Harnstoff oder zum Beispiel Glycerin enthalten, pflegen auch strapazierte Hände. Bei sehr trockenen Händen können Sie Creme richtig dick auftragen, Stoffhandschuhe darüberziehen und die ganze Nacht einwirken lassen. Unbedingt auf scharfe Waschgele, Seifen und alkoholhaltiges Gesichtswasser verzichten!

Stufe 3: Extrem trockene Haut

So sieht sie aus:
Rote, entzündliche, teilweise blutende Stellen, Schüppchen, Juckreiz. Extrem trockene Haut fühlt sich sehr unangenehm an. Neurodermitiker leiden häufig darunter. Die Hautbarriere ist geschwächt, oft gibt es Ekzeme.

Das Gegenprogramm: Jetzt ist zunächst der Hautarzt gefragt. Ist die Haut sehr entzündet, muss er Spezialcremes verschreiben. Ansonsten freut sie sich über Wirkstoffe wie Nachtkerzenöl, die befeuchten. Je nach Hautzustand eignen sich Cremes oder Salben. „Salben haben den Vorteil, dass sie Wirkstoffe tiefer in die Haut schleusen“, erklärt Kleinheinz. Bitte lassen Sie sich in der Apotheke beraten.



Anne-Bärbel Köhle, Senioren Ratgeber; 02.03.2011
Bildnachweis: F1 online Bildagentur GmbH/I love Images, Mauritius Images GmbH/Oredia

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